„Silberner Steigerhammer“für Götz George

Harte Arbeit, Derbe Sprüche wird veröffentlicht und ein Bergwerk zieht um

Das Jahr  2016 begann mit einer Ehrung für einen der letzten Steiger der Grube Braunesumpf durch die Eintragung in das goldene Buch der Stadt Blankenburg. Nicht aber der Bergbau war der Grund, weswegen Lothar Tomaszewski geehrt wurde, sondern seine Jahrelangen Bemühungen um die Ausgrabung und Rekonstruktion der Regensteinsmühlen. Dieses Wirken dauert emhr als 30 Jahre an, weswegen der rührige Blankenburger geehrt wurde. Nicht zuletzt auf Initiative des Bergvereins, konnte der mittlerweile über 80- jährige Lothar „Tommi“ Tomaszewski diese überfällige Ehrung durch den Bürgermeister erleben: 201601_Eintragung Lothar Tommaszewski ins Ehrenbuch Stadt Blankenburg

Leider mussten wir im März einem anderen Urgestein des Hüttenröder Bergbaus bei seiner letzten Grubenfahrt begleiten: Willi Barthauer, Bergmann der ersten Stunde von Braunesumpf, Streiter für den Umweltschutz und die Ortsentwicklung verstarb nach kurzer Krankheit im 84. Lebensjahr. Ein schwerer Verlust, war er doch wertvoller Zeitzeug und Chronist des Ortes Hüttenrode. Die Trauerrede wurde von Andreas Pawel gehalten und ist hier nachzulesen: Trauerrede für Willi „Pepper“ Barthauer

Aber die Zeit vergeht schnell und die Entwicklungen fordern Tatkraft und Entschlossenheit; so wurden die Umzugspläne des Bergwerkes „Drei Kronen und Ehrt“ konkret und der Abbau und Abtransport der verschiedenen Großgeräte geplant und durchgeführt 20160420_Inventarübernahme Drei Kronen und Ehrt. Diese Aufgabe umfasste Kleingeräte, wie Bohrhämmer aber auch der Abbau des Granbyzuges und einer kompletten Drehbank. Dies konnte natürlich nicht ad hoc geschehen, denn auf dem Wetterschacht musste klar sein, wo welches Teil abgelagert wird. Geplant ist ein lebendiges Museum mit Grubenbahn auf dem Areal zu errichten. Nach diesen Vorgaben erfolgt auch die Profilierung und Umgestaltung des Geländes.

Beladen der Bergwerksbahn auf den LKW

Transportsicherung des Zweiarmigen Bohrwagens

Alle verfügbaren Fahrzeuge wurden in den Transport eingebunden

Zu Harter Arbeit gehören auch Derbe Sprüche. So wurde im November des Jahres der mittlerweile 7. Band der Hüttenröder Edition veröffentlicht 20161103_Buchankündigung Harte Arbeit: Harte Arbeit, Derbe Sprüche handelt nicht vom Bergbau, sondern vom Bergmann und dessen Erlebnisse unter und über Tage. Es war uns ein Bedürfnis die bisherige Hüttenröder Edition um dieses Thema zu erweitern, da neben den historischen und technischen Elementen der Reihe, vertreten durch „1000 Jahre Bergbau“… und „Drei Schlag hängen…“, die mineralogische Seite präsentiert durch „Der Kristallschatz…“ und die aus dem Bergbau resultierenden regional bedeutenden Errungenschaften darstellt in „Vom Rüstungsbetrieb…“, „Trachten, Tanz…“ und „Mineralschlamm und Torf“ auch der Bergmann an sich eine Bühne bekommen musste. Es gibt im Bergmannsleben viel zu berichten von Gegebenheiten und Scherzen. Anekdoten und „Anglerlatein“, von Nachdenklichem und skurrilem 20161111_2. Buchankündigung Harte Arbeit. Und genau so etwas findet man im Band 7. Es finden sich Geschichten und Anekdoten aus dem Erzbergbau der Harzer Eisenerzgruben, genauso wie aus dem Kalibergbau und dem Kupferschieferbergbau Kurzbeschreibung Harte Arbeit, Derbe Sprüche.

Nun gab es in diesem Jahr viel Harte Arbeit, natürlich auch derbe Sprüche und eine Großexkursion in das letzte noch aktive Eisenerzbergwerk Deutschlands, ob es rein geologisch und verfahrenstechnische betrachtet, nicht so ganz fachlich richtig ist. Wir befuhren das Bergwerk Wohlverwahrt Nammen im Weserbergland 20160811_Leserbrief Befahrung Nammen. Diese Grubenfahrt, durchgeführt durch den Grubenbetriebsführer war nicht nur lehrreich, sondern auch kurzweilig. Wir verstanden uns auf Anhieb prächtig, das gemeinsameHobby, nach der Arbeit schweißt eben schnell zusammen.

Vor der Streckenausbaumaschine

Eine Grubenfahrt im Kaliwerk Zielitz gab einigen Neumitgliedern des Vereins einen guten Überblick über das Hochleistungsbergwerk.

Befahrungsteilnehmer in der Laderschaufel

 

Zurück aber zum eigentlichen Höhepunkt des Jahres war die Vergabe des „Silbernen Steigerhammers“. In diesem Jahr wurde Götz George geehrt. Nun hat Herr George zwar nicht direkt den Bergbau im Harz gefördert, hat aber durch seinen TV- Film: Böse Wetter Beschreibung Böse Wetter den regionalen Bergbau zu kurzfristiger Aufmerksamkeit bei einer breiten Zuschauerschaft verholfen. Allein die Dreharbeiten haben im Harz für viel Aufsehen gesorgt und kurzzeitig beschäftigte man sich wieder mit dem Aktbergbau, auch jene, die sonst gar nichts davon halten. Das war es uns wert Herrn George zu ehren. Leider war es ihm durch seinen plötzlichen Tod nicht mehr möglich die Ehrung entgegen zu nehmen 20161001_Silberner Steigerhammer_Götz George. Wir bedauern dies sehr, wäre es doch ein Fest besonderer Art geworden. So bleibt uns nur ein persönliches Schreiben Herrn Georges, in dem er sich für die Ehrung bedankt.

Des weiteren wurde in diesem Jahr die dritte Berghochzeit in Blankenburg gefeiert. Claudia Pawel schritt gemeinsam mit ihrem langjährigen erzgebirgischen Freund vor den Traualtar. Es wächst zusammen was zusammen gehört, nicht zuletzt ist die HEF Erklärung HEF seit vielen Jahren Bestandteil des Vereinslebens.

Die Brautleute und die Abordnung des Bergverein

 

Neben diesen Vereinshöhepunkten gibt es noch eine Randnotiz zu bemerken, die an vielen ohne Kenntnisse vorbei gegangen ist, für den Bergbau in Elbingerode aber bedeutend war: zum Ende des Jahres beendete der letzte, noch verbliebene, Betrieb auf dem Schacht 3 seine Tätigkeit: das bergbauliche Ingenieurbüro Mucke schloss endgültig seine Pforten und schloss damit sinnbildlich auch den Schacht 3 ab. Eine weitere Ära des Bergbaus und des Nachbergbaus- die industrielle Nachnutzung, ging zu Ende. Wieder ein Steinchen mehr, dass zum Verblassen des Bergbaus in der Region beiträgt, durch die Elbingeröder Kollegen aber aufrecht erhalten wird 20161123_Ende Bergbau auf Schacht 3 Teil 1, 20161123_Ende Bergbau auf Schacht 3_Teil 2.

Natürlich ging das turbulente Bergjahr nicht ohne Mettenschicht zu Ende. Gerade in diesem Jahr, in dem wieder ein DEFA- Film gezeigt wurde und wir eine Vielzahl von Helfern und Freunden begrüßen durften, gab es viel zu berichten und zu resümieren. Genau wie im letzten Jahr galt und gilt die Parole:

Wir packen an und schaffen das!